OpenXchange - OpenSource immer gut?

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Wieder einmal muss ein Beitrag mit der Beschimpfung von Microsoft-Produkten anfangen: Outlook ist das Programm, dem ich die Agressionen der letzten Tage verdanke. Es ist zwar schwer zu glauben, aber Outlook löscht unter Umständen wahllos (!) Daten. In Verbindung mit meinem PDA passierte es öfter, dass Daten einfach wegwaren und ich mir nicht einmal sicher war, ob ich die Daten eingegeben hatte, oder sie wirklich weg waren. Diese Software ist wirklich extrem unvertrauenswürdig! Das schlimme daran: Durch den hässlichen, schirchen, proprietären “closed” Binärcontainer fehlen die Daten auf einmal und es ist mir nicht möglich, den Verlust nachzuvollziehen! Sehr gerne würd’ ich diese schlechte Software wegwerfen, doch leider mangelt es an Ersatz. Eine Idee war, die Daten zumindest serverseitig (ähnlich wie bereits die Emails mit IMAP) zu archivieren, z.B. in einer SQL Datenbank. Dort liegen die Daten offen vor und inkonstistente Daten können leicht nachvollzogen werden.

Nach erfolglosen Versuchen vor Jahren mit OpenGroupware (siehe dieses BLOG) hat mir ein Freund OpenXChange empfohlen. Meine Erfahrung damit beschreibe ich in diesem Artikel


Inhaltsverzeichnis

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist durchaus überraschend. Vielerorts liest man, dass die Software stabil und zuverlässig sein soll, und man Outlook mittels des OXTenders nahtlos integrieren kann. Leider eine proprietäre Software, die das Vorhaben noch zum Scheitern bringen wird…


Download & Installation

Der zweite Eindruck verrät gleich: Die Community-Version ist eher lieblos hingeknallt. Leider findet man wenig Infos im Internet, vor allem in Kombination zu Debian. In zwei Tagen hab ich es geschafft, OX funktionierend aufzusetzen. Dabei bin ich nach verschiedenen Anleitungen im Internet, vorrangig nach http://www.serversupportforum.de/forum/faqs-anleitungen/10097-howto-open-xchange-installieren-am-beispiel-ubuntu-6-06-lts-dapper-drake.html

vorgegangen.

Wichtig:

  • Java JDK herunterladen und mittels http://www.debian-administration.org/articles/142 einbinden.
  • Mittels apt apache-modjk2, postgresql (mySQL geht erst ab 5!), slapd, tomcat4 installieren
  • Zusätzliche Perl Module installieren: JDBC für postgres, JDOM.
  • activator.jar lt. README vom Internet herunterladen
  • ant kann durch aptitude install ant installiert werden

Die größte Hürde war: Die web.xml von umin/ musste angepasst werden, da andernfalls ein XML Parsing error auftritt. Und zwar muss die Reihenfolge wie in der Fehlermeldung vermerkt eingehalten werden.

Ebenfalls wichtig: Community-Pack herunterladen! Ich hab zuerst den Serverpack heruntergeladen und mich gewundert, warum da einige Dateien fehlen. Das meiste kann sonst aus dem obigen Tutorial entnommen werden. Falls Fragen auftreten, könnt ihr euch gerne melden.


Die Ernüchterung

Juhuu, OpenXChange endlich richtig aufgesetzt, ich werd gleich ein Debian-Package draus machen, dachte ich mir. Aber zuerst muss ich einmal den Outlook Connector probieren. Und da fiel mir auf, dass auf der Homepage nur 25er Lizenzen angeboten werden (zu horrenden Preisen). Etwas stöbern im Foren verriet mir die tatsächlich unvorstellbare Wahrheit: Die Connectoren gibt es nur im 25er Pack ab ein paar Hundert Euro!!!!


make clean

Unvorstellbar aber wahr. So kann man mit OpenSource Software einfahren! Das ist wohl die dümmste, schlechteste Lizenzpolitik, die ich in Zusammenhang mit einem OpenSource Produkt je gesehen habe! Schämen sollen sie sich. Und da sich das ganz Teil ohne Outlook Connector ad absurdum füher: make clean. Alles gelöscht. Pech. OpenXChange ist ein Reinfall, eine Frechheit. Werde wohl mit der Ungewissheit von Outlook leben müssen :-( Als ersten Schritt verschiebe ich nun meine Termine ins Archiv. So verkleinert sich zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass alten Terminen etwas zustößt


Conclusio

Unvorstellbar und gleich sehr traurig, dass es offenbar kein einziges Produkt gibt (!) dass Outlook das Wasser reichen kann :-( Exchange selbst hab ich auch bereits probiert unter VMware laufen zu lassen, aber das ist ja ähnlich schlecht wie Outlook selbst. Hunderte Megabytes an Software, dazu die Pflicht, einen PDC zu installieren (häää?) und vieles mehr! Und die Daten sind erst wieder proprietär (d.h. für mein Empfinden unsicher!) in einem Binärcontainer gespeichert.

Kommentare

bumkunjo said ...

wo ist das problem - niemand wir gezwungen, auf Clientseite Closed Source einzusetzen. Wer unbedingt Ausguck verwenden will, sollte wissen, dass das nicht umsonst ist…


--bumkunjo 01:21, 2. Mrz. 2007 (MSD)

niki said ...

Du verstehst nicht ganz was ich meine. Ich bin sehr wohl bereit für Closed Source Software Geld zu verlangen und tu es auch. Aber Lizenzen *nur* im 25er-Pack herzugeben und es somit absolut unerschwinglich für jeden privaten Menschen macht bzw. für die Entwickler die das OpenSource-Programm überhaupt mitprogrammieren ist eine Frechheit. Ich hoffe dass sich von dem Projekt bald alle abwenden werden. Also das Problem ist: a) Outlook ist nicht vertrauenswürdig b) Outlook speichert die Daten zusätzlich in einem proprietären PST-Format über das ich keine Kontrolle habe c) Es gibt kein Produkt das vernünftig mit PDAs synchronisieren kann –> sehr ungewollte Abhängigkeit d) Exchange-Ersätze sind mehr als nur Krücken und auch nicht wirklich gut e) Aber wenn man schon (d) verwenden will, wird das dadurch verhindert, dass es unmöglich ist, legal (!) an so eine Lizenz zu kommen. Glaub mir, es gibt hier genug Probleme und ich gehöre garantiert nicht zu den Menschen die nicht bereit sind für Software zu zahlen.


--Niki 01:21, 2. Mrz. 2007 (MSD)

Daniel Khan said ...

Ich habe den Fehler gemacht den SuSE “Open” (rofl) ExchangeServer vor ein paar Jahren an Kunden zu verkaufen. Die Subscription kostete 1.000 EUR / Jahr. Hatte man die nicht verschimmelte halt das System. Wenn man zb. keine Subscription hat und der Server neu aufgesetzt werden muss hat man einfach Pech gehabt. Damals gab es allerdings auch noch keinen MS SBS - so gesehen war das Produkt auf den ersten Blick recht preiswert. Die Outlook Connectoren haben zu dieser Zeit aber nie ordentlich Funktioniert. Ich finde so Aussagen wie jene von bumkunjo völlig weltfremd. In der echten Welt (bei den Erwachsenen), kann man einem Kunden nicht die gesamte IT Struktur umkrempeln nur weil er einen Fileserver + Groupware will. Außerdem ist Outlook rein Prinzipiell nicht das schlechteste Produkt. So gesehen gibt es in manchen Firmen einfach keine Alternative. Die dogmatische Herangehensweise mancher an alles was Linux ist und “Open” als Prefix hat könnte IMHO mal zum Sargnagel von OpenSource werden, weil die Community einfach jede Kritik als finsteren Versuch der Dunklen Seite der Macht abqualifiziert. Wenn MS Mist baut, dann ist es in allen Medien. Bitte nicht falsch verstehen - die meisten meiner Server sind Debian und Gentoo Kisten…..


--Daniel Khan 01:21, 8. Mrz. 2007 (MSD)

niki said ...

Hi Ja OpenXChange ist ja glaub ich eh der Nachfolger von SuSE’s oder? Auf alle Fälle hört sich das ja wirklich schlimm an, ähnlich wie mit den Lizenzen dies nur im 25er Pack gibt. Ich versteh so eine Taktik nicht, da sie ja nur kontraproduktiv sein kann! Ich hab auch ein Mail hingeschrieben und die kurze Antwort war: Geht einfach nicht, das wurde vom Management so beschlossen. Punkt. Entweder die sind wirklich so weltfremd oder so überzeugt von ihrem Produkt. Man darf sich echt nicht wundern, warum Outlook und Exchange eine Monopolstellung haben :-( lg, niki


--Niki 01:21, 8. Mrz. 2007 (MSD)

sbs exchange said ...

I Googled for something completely different, but found your page…and have to say thanks. nice read….


--sbs exchange 01:21, 13. Jul. 2007 (MSD)

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